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Wechsel an der Spitze der Mindener Kreisbahnen (MKB)

am . Veröffentlicht in Unternehmensgruppe

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Wechsel an der Spitze der Mindener Kreisbahnen GmbH (MKB). Geschäftsführer Dietmar Schweizer (M.) geht nach 31 Jahren Tätigkeit für die MKB in den Ruhestand, Johannes Marg (2. v. r.) übernimmt die Geschäftsführung. Die MKB-Aufsichtsräte Volker Hoppmann (r.) und Dr. Henning Vieker (2. v. l.) würdigten gemeinsam mit Landrat Dr. Ralf Niermann (l.) Schweizers Engagement und Weitsicht.  Foto: PAM

Minden-Lübbecke (PAM). Ein Urgestein der jüngeren Eisenbahn-Geschichte im Mühlenkreis verlässt den Führungsstand. Dietmar Schweizer geht nach 31 Jahren Geschäftsführertätigkeit für die Mindener Kreisbahnen GmbH (MKB) in den Ruhestand.

In hohem Maße sei es Schweizer und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken, dass sich die MKB im starken Wettbewerb im Personen- und Güterverkehr habe behaupten können, würdigte Landrat Dr. Ralf Niermann am Dienstag die Aktivitäten des 63-Jährigen, der zum Ende des Jahres aus dem Unternehmen ausscheidet. Nachfolger wird Johannes Marg aus Hamburg, der seit 20 Jahren im Bereich Bahnunternehmen tätig ist.

Mit unternehmerischer Weitsicht habe Dietmar Schweizer seit 1985 die Geschicke des Unternehmens gelenkt. In seine Tätigkeitszeit fällt die Gründung der Tochtergesellschaft MKB-Reisen (heute Mühlenkreis-Bus GmbH), die damals die Konkurrenzfähigkeit der Mindener Kreisbahnen gesichert habe, betonte Niermann. Zunächst nur im Altkreis Minden im Personennahverkehr unterwegs, bedient die MKB mit Übernahme der Konzession für den Altkreis Lübbecke seit 2009 den gesamten Mühlenkreis. 120 MKB-Busse sind seither täglich auf dem 1100 Kilometer langen Liniennetz unterwegs – auch in das angrenzende Niedersachsen hinein. Dietmar Schweizer baute unter anderem auch die Schnellbuslinie Minden-Lübbecke-Preußisch Oldendorf auf.

Ein wichtiger Stützpfeiler für das 1893 in Folge des Preußischen Kleinbahngesetzes von 1892 gegründeten Traditionsunternehmens ist zudem die 25-prozentige Beteiligung am Tochterunternehmen Westfalenbahn GmbH. Dietmar Schweizer war 2007 Gründungsgeschäftsführer, nachdem die MKB die Streckenausschreibung auf dem Teutoburger-Wald-Netz gewonnen hatte. Einer der letzten unternehmerischen Höhepunkte in Schweizers Amtszeit war im Oktober des vergangenen Jahres die Eröffnung des etwa zehn Millionen Euro teuren Bahnbetriebswerkes Minden II. „Damit konnten erstmalig wieder Arbeitsplätze im Eisenbahnbereich des Mühlenkreises geschaffen werden“, erinnerte Landrat Niermann. Das Betriebswerk ist bis 2030 an die Westfalenbahn vermietet.

Schweizers strategisches Denken und das Erkennen von künftigen Entwicklungen, würdigten auch der MKB-Aufsichtsratsvorsitzende Volker Hoppmann und Stellvertreter Dr. Henning Vieker, die beide Kreistagsmitglieder sind. Er habe die MKB zu einem leistungsstarken Partner für Bürger und Unternehmen im Kreis Minden-Lübbecke gemacht. Heute pendeln die Güterzüge der Mindener Kreisbahnen beispielsweise jede Woche zwischen Hamburg, Bremerhaven und Köln. Möglich wurde das seit der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre, als die Privatbahnen im Rahmen des Schienengüterfernverkehres auch das Schienennetz der Deutschen Bahn nutzen konnten.

Dietmar Schweizer könne den Erfolg der MKB als persönliches Lebenswerk betrachten, sagte Kreistagsabgeordneter Hoppmann. „Denn viele Kleinbahnen in Deutschland sind in den vergangenen Jahren auf der Strecke geblieben.“ Der Kreis Minden-Lübbecke hält eine 100-Prozent-Beteiligung an der Mindener Kreisbahnen GmbH. Die MKB sind neben der Westfalenbahn an der Minden-Herforder-Verkehrs-Service GmbH, der OWL Verkehr GmbH sowie der Verkehrsgesellschaft Landkreis Nienburg mbH (VLN) beteiligt.

In einem umfangreichen Sichtungsverfahren sei Schweizers Nachfolger ausgewählt worden, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende. Dabei habe man festgestellt, dass es „keinen riesigen Markt an Menschen gibt, die Eisenbahnunternehmen leiten können“.  Unter Einbeziehung eines Personalberaters habe man schließlich Johannes Marg als Nachfolger auswählen können.

Der betonte am Dienstag, er sei sich bewusst, dass er ein außergewöhnliches Erbe antrete. Denn es gebe bei den Privatbahnen keine, die mit der MKB vergleichbar sei. Der 48-Jährige Hamburger machte zunächst eine Lehre, studierte dann in Marburg Betriebswirtschaftslehre mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann und an der University of Kent at Canterbury Managementwissenschaften. Es folgten dann unter anderem Tätigkeiten als Projektleiter bei der DB Cargo und als Bereichsleiter bei Transpetrol/VTG Rail Logistics. Ab September ist er zunächst noch gemeinsam mit Dietmar Schweizer als Geschäftsführer bei der MKB tätig.

In dem Unternehmen MKB, das noch alles könne, habe er den Willen, auch weiterhin etwas zu bewegen, sagte Marg vor Journalisten. Dabei werde er die Chancen und Risiken von Privatbahnen immer im Blick haben.

Pressebüro Hans-Jürgen Amtage, Minden | Pressebuero-Amtage.de